Ein Arbeitszeugnis ist viel mehr als nur eine Formalität zum Abschied. Es ist Ihr wichtigster Leistungsnachweis und kann entscheidend für den Erfolg Ihrer nächsten Bewerbungen sein. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie genau wissen, wie Sie Ihr Recht auf eine faire und aussagekräftige Beurteilung professionell einfordern.
Warum ein gutes Arbeitszeugnis so entscheidend ist
Stellen Sie sich Ihr Arbeitszeugnis wie eine Eintrittskarte für Ihre berufliche Zukunft vor. Für potenzielle neue Arbeitgeber ist es die objektivste Referenz, um Ihre Qualifikationen, Ihre Leistung und Ihr Verhalten im Job einzuschätzen. Ein lückenloser und positiver Nachweis Ihrer bisherigen Stationen kann Ihnen Türen öffnen, während ein fehlendes oder schlecht formuliertes Zeugnis schnell zum Karrierekiller wird.
Rechtlicher Anspruch und wichtige Fristen
Gute Nachrichten: In Deutschland haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis. Das regelt § 109 der Gewerbeordnung (GewO), sobald Ihr Arbeitsverhältnis endet. Dieser Anspruch ist also nicht verhandelbar.
Aber Vorsicht, hier gibt es eine wichtige Falle: Ihr Anspruch kann verjähren. Zwar beträgt die gesetzliche Frist drei Jahre, aber viele Arbeits- oder Tarifverträge enthalten sogenannte Ausschlussfristen. Diese können Ihren Anspruch drastisch verkürzen, manchmal auf nur wenige Monate. Handeln Sie daher immer zeitnah!
Zögern Sie die Anforderung nicht hinaus. Werfen Sie unbedingt einen Blick in Ihren Arbeitsvertrag, um eventuelle Ausschlussfristen zu prüfen. Am besten fordern Sie Ihr Zeugnis direkt nach Beendigung des Jobs an, um auf der sicheren Seite zu sein.
Einfaches vs. Qualifiziertes Arbeitszeugnis
Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen zwei verschiedenen Arten von Zeugnissen. Welche für Sie die richtige ist, hängt von Ihrer Situation und Ihren Zielen ab.
- Einfaches Arbeitszeugnis: Das ist im Grunde nur eine Arbeitsbestätigung. Es listet sachliche Fakten auf: Ihre Personalien sowie die Art und Dauer Ihrer Beschäftigung. Eine Bewertung Ihrer Leistung oder Ihres Verhaltens suchen Sie hier vergeblich.
- Qualifiziertes Arbeitszeugnis: Diese Variante ist der Standard und für jede Bewerbung absolut unverzichtbar. Sie enthält zusätzlich zu den reinen Fakten eine detaillierte Bewertung Ihrer Leistung und Ihres Sozialverhaltens. Hier wird beurteilt, wie gut Sie Ihre Aufgaben gemeistert haben und wie Ihr Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war.
Für Ihre weitere Karriere ist fast immer das qualifizierte Zeugnis die bessere Wahl, da es ein viel umfassenderes Bild Ihrer Fähigkeiten zeichnet.
Unternehmen wie CarePros legen zum Beispiel großen Wert auf eine transparente und faire Beurteilung. Ein gutes Zeugnis ist hier nicht nur eine Pflicht, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für die geleistete Arbeit und dient den Mitarbeitenden als wertvolle Referenz für ihren weiteren Weg. Nützliche Ressourcen und weitere Tipps für Ihre berufliche Entwicklung im Gesundheitswesen finden Sie unter Karriere in der Pflege. Ein professioneller Abschluss des Arbeitsverhältnisses, zu dem auch ein faires Zeugnis gehört, sagt viel über eine positive Unternehmenskultur aus.
Welcher Weg ist der richtige für Ihre Anfrage?
Sie haben sich entschieden, Ihr Arbeitszeugnis anzufordern – super! Aber wie bringen Sie Ihr Anliegen am besten vor? Ob Sie eine E-Mail schreiben oder zum klassischen Brief greifen, hängt stark von der Kultur in Ihrem Unternehmen ab.
Ein moderner Arbeitgeber wie CarePros, der digitale Prozesse lebt, freut sich meist über den schnellen Weg per E-Mail. In eher traditionellen Branchen oder alteingesessenen Firmen kann ein formeller Brief dagegen als professioneller und verbindlicher wahrgenommen werden.

E-Mail oder Brief – Was passt besser?
Die E-Mail ist heute der Standard. Sie ist schnell, kostet nichts und lässt sich prima nachverfolgen. Ein Brief per Einschreiben liefert Ihnen hingegen einen unanfechtbaren Nachweis, dass Ihre Anfrage auch wirklich angekommen ist. Das kann Gold wert sein, wenn es mal zu Unstimmigkeiten kommt.
Hier ist ein kleiner Vergleich, der Ihnen die Entscheidung leichter macht:
| Kriterium | Brief per Einschreiben | |
|---|---|---|
| Geschwindigkeit | Sehr schnell, sofort da | Langsamer, Postweg eben |
| Nachweisbarkeit | Gut (mit Sende-/Lesebestätigung) | Exzellent (durch Zustellbeleg) |
| Formalität | Eher locker, in modernen Firmen üblich | Sehr hoch, wirkt offiziell |
| Kosten | Kostenlos | Porto plus Gebühr fürs Einschreiben |
Im Normalfall sind Sie mit einer E-Mail auf der sicheren Seite. Der Griff zum Brief empfiehlt sich vor allem dann, wenn Sie schon im Vorfeld Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber hatten oder eine rechtliche Auseinandersetzung nicht ganz ausschließen können.
Auf die kleinen Details kommt es an
Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden, die Umsetzung muss sitzen. Eine klare Formulierung und die richtige Adresse sorgen dafür, dass Ihr Anliegen nicht im Sande verläuft.
- Aussagekräftiger Betreff: Schreiben Sie klipp und klar, worum es geht. Zum Beispiel: „Anforderung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses – [Ihr Name]“.
- Der richtige Ansprechpartner: Richten Sie Ihre Anfrage direkt an die Personalabteilung (HR) oder an Ihren direkten Vorgesetzten. So landet sie gleich bei der richtigen Person.
- Bitte um Bestätigung: Ein kurzer Satz wie „Bitte bestätigen Sie kurz den Erhalt dieser Nachricht“ gibt Ihnen Sicherheit und einen Anhaltspunkt, ab wann die Uhr tickt.
Diese Kleinigkeiten machen oft den großen Unterschied und helfen, den Prozess reibungslos zu gestalten.
Ein Tipp aus der Praxis: Speichern Sie die gesendete E-Mail oder eine Kopie Ihres Briefes gut ab. Diese Doku kann später extrem wertvoll sein, falls es zu Verzögerungen kommt.
Dass der digitale Weg immer beliebter wird, zeigen auch die Zahlen. Eine Analyse von HR-Portalen ergab, dass 2023 über 850.000 Downloads von Vorlagen für die Zeugnisanforderung gezählt wurden. Das ist ein Anstieg von satten 40 Prozent seit 2018! Mehr als 70 Prozent der Arbeitnehmer nutzen heute digitale Muster für ihre Anfrage.
Suchen Sie gerade einen neuen Job in der Pflege oder Pädagogik und legen Wert auf einen Partner, der Sie wirklich wertschätzt? Dann melden Sie sich doch unkompliziert über die CarePros Expressanfrage bei uns.
Praxiserprobte Vorlagen für Ihre Zeugnisanforderung
Die richtigen Worte zu finden, wenn man sein Arbeitszeugnis anfordert, ist oft kniffliger als gedacht. Man will ja professionell rüberkommen, aber eben nicht fordernd. Und dabei darf man natürlich keine wichtigen Details vergessen. Um Ihnen genau diesen Schritt leichter zu machen, habe ich hier ein paar Vorlagen zusammengestellt, die sich in der Praxis bewährt haben und die Sie direkt nutzen können.
Dass so viele nach solchen Mustern suchen, ist übrigens kein Zufall. Eine Auswertung großer Rechtsportale hat gezeigt, dass 2023 über 1,2 Millionen Downloads für Vorlagen zur Anforderung von Arbeitszeugnissen gezählt wurden. Diese Zahl spricht Bände und zeigt, wie unsicher viele Arbeitnehmer bei diesem Thema sind. Man will einfach auf der sicheren Seite sein. Mehr zu den Hintergründen und der Bedeutung von Arbeitszeugnissen kann man übrigens in aktuellen Studien wie der Arbeitnehmerbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nachlesen.
Formelle Vorlage für eine E-Mail
Heute ist die E-Mail der schnellste und einfachste Weg. Diese Vorlage hier ist höflich, kommt direkt auf den Punkt und enthält alles, was rein muss.
Betreff: Anforderung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses – [Ihr Name]
Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des Ansprechpartners],
hiermit bitte ich um die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses für meine Tätigkeit als [Ihre Position] im Zeitraum vom [Startdatum] bis zum [Enddatum].
Ich würde mich freuen, wenn Sie in dem Zeugnis detailliert auf meine Aufgabenbereiche eingehen, insbesondere auf [Beispiel 1: die Betreuung von Intensivpatienten] und [Beispiel 2: die eigenverantwortliche Projektleitung]. Eine aussagekräftige Bewertung meiner Leistung und meines Sozialverhaltens ist mir ebenfalls sehr wichtig.
Bitte senden Sie mir das fertige Zeugnis an folgende Adresse:
[Ihre Straße und Hausnummer]
[Ihre PLZ und Stadt]
Vielen Dank für Ihre Mühe.
Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
Klassische Vorlage für einen Brief
In manchen Firmen oder wenn es rechtlich heikel werden könnte, ist der klassische Brief per Einschreiben immer noch die sicherste Variante. Damit haben Sie einen handfesten Nachweis, dass Ihre Anforderung auch wirklich angekommen ist.
[Ihr Name]
[Ihre Straße]
[Ihre PLZ und Ort]
[Name des Unternehmens]
Personalabteilung
z. Hd. [Name des Ansprechpartners]
[Straße des Unternehmens]
[PLZ und Ort des Unternehmens]
[Ort], den [Datum]
Antrag auf Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Arbeitsverhältnis als [Ihre Position] in Ihrem Unternehmen ist zum [Enddatum] beendet worden. Hiermit beantrage ich gemäß § 109 GewO die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.
Ich bitte Sie, das Zeugnis an die oben genannte Adresse zu senden. Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich bereits im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
[Ihre Unterschrift]
Vorlage für eine freundliche Erinnerung
Wenn einfach keine Antwort kommt, ist eine höfliche Nachfrage der beste Weg. Setzen Sie dabei eine klare, aber immer noch angemessene Frist.
Mein Tipp aus der Praxis: Warten Sie etwa zwei bis drei Wochen nach Ihrer ersten Anfrage, bevor Sie nachhaken. Das zeigt Geduld, macht aber auch klar, dass Sie die Sache auf dem Schirm haben.
Betreff: Erinnerung: Anforderung Arbeitszeugnis vom [Datum der Erstanfrage] – [Ihr Name]
Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des Ansprechpartners],
ich wollte kurz nachfragen bezüglich meiner E-Mail vom [Datum der Erstanfrage], in der ich um die Ausstellung meines Arbeitszeugnisses gebeten habe.
Könnten Sie mir vielleicht ein kurzes Update zum aktuellen Stand geben? Da ich das Zeugnis für meine weiteren Bewerbungen benötige, wäre ich Ihnen wirklich sehr dankbar, wenn Sie es mir bis zum [Datum in 2 Wochen] zukommen lassen könnten.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
Übrigens: Professionelle Vorlagen sind nicht nur bei der Zeugnisanforderung Gold wert. Auch in ganz anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei der Content-Planung für einen Firmenblog, ist eine durchdachte professionelle Redaktionsplan Vorlage oft der Schlüssel zum Erfolg.
Gerade für Fachkräfte in der Pflege und Pädagogik ist ein faires und aussagekräftiges Zeugnis ein entscheidender Baustein für die weitere Karriere. Bei Arbeitgebern wie CarePros, die Wert auf eine Kultur der Wertschätzung legen, ist das eine Selbstverständlichkeit. Weitere nützliche Tipps rund um Ihre Bewerbung im Pflegebereich finden Sie auch in unserem Ratgeber.
Ihr Arbeitszeugnis prüfen: Worauf Sie wirklich achten müssen
Endlich, das Arbeitszeugnis ist da. Sie überfliegen es und die Formulierungen klingen ja eigentlich ganz gut. Doch Vorsicht: Genau hier liegt oft der Haken. Die berüchtigte „Zeugnissprache“ hat ihre ganz eigenen Regeln, und was auf den ersten Blick positiv wirkt, kann sich bei genauerem Hinsehen als versteckte Kritik entpuppen.
Eine sorgfältige Prüfung ist deshalb kein „Kann“, sondern ein „Muss“. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihre Leistung fair und korrekt bewertet wurde und Ihnen bei der nächsten Bewerbung keine Steine in den Weg gelegt werden.
Ob Sie Ihr Zeugnis per E‑Mail, Brief oder erst nach einer Erinnerung anfordern mussten – der Weg dorthin ist der erste Schritt. Nun geht es an die eigentliche Analyse des Dokuments.

Die Bausteine eines qualifizierten Arbeitszeugnisses
Ein qualifiziertes Zeugnis folgt einem klaren Aufbau. Fehlt einer der wesentlichen Bestandteile oder ist er nur lückenhaft beschrieben, wirft das bei Personalern sofort Fragen auf. Nehmen Sie Ihr Zeugnis also zur Hand und gehen Sie es Punkt für Punkt durch.
Achten Sie auf die Vollständigkeit folgender Elemente:
- Formale Korrektheit: Ist das Zeugnis auf offiziellem Firmenpapier gedruckt? Ist es sauber, ohne Rechtschreibfehler und von einer weisungsbefugten Person (z. B. Geschäftsführer oder direkte Führungskraft) unterschrieben?
- Einleitung: Stimmen Ihr vollständiger Name, Geburtsdatum und die genaue Beschäftigungsdauer (Eintritts- und Austrittsdatum)?
- Unternehmens- & Tätigkeitsbeschreibung: Wird die Firma kurz vorgestellt? Viel wichtiger aber: Sind Ihre Aufgaben und Verantwortungsbereiche detailliert und präzise aufgelistet?
- Leistungsbeurteilung: Das ist das Herzstück des Zeugnisses. Hier wird bewertet, wie gut Sie Ihre Arbeit gemacht haben. Schlüsselbegriffe sind hier Fachwissen, Arbeitsweise, Engagement und besondere Erfolge.
- Sozialverhalten: Wie war Ihr Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und externen Kontakten (Kunden, Patienten, Partner)? Die Reihenfolge ist hierbei übrigens entscheidend.
- Schlussformel: Endet das Zeugnis mit einer Dankesformel, dem Bedauern über Ihr Ausscheiden und guten Wünschen für Ihre berufliche und private Zukunft?
Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Auch wenn es keinen strikten Rechtsanspruch darauf gibt, wird das Fehlen der Dankes- und Bedauernsformel fast immer als klares negatives Signal gewertet. Es vermittelt den Eindruck, dass der Arbeitgeber froh war, Sie loszuwerden.
Mit der folgenden Checkliste können Sie die wichtigsten Punkte systematisch überprüfen und sicherstellen, dass nichts übersehen wurde.
Checkliste für ein vollständiges qualifiziertes Arbeitszeugnis
Prüfen Sie mit dieser Tabelle, ob alle wichtigen Bestandteile in Ihrem Arbeitszeugnis enthalten sind und was sie bedeuten.
| Bestandteil | Was muss enthalten sein? | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Briefkopf | Vollständige Daten des Arbeitgebers (Name, Anschrift). | Muss auf offiziellem Firmenpapier ausgestellt sein. |
| Überschrift | „Arbeitszeugnis“ oder „Zwischenzeugnis“. | Eine abweichende Bezeichnung wie „Beurteilung“ kann negativ ausgelegt werden. |
| Stammdaten | Ihr Name, Geburtsdatum, Beschäftigungsdauer. | Prüfen Sie die Daten auf exakte Korrektheit. Schon ein Zahlendreher wirkt unprofessionell. |
| Tätigkeitsbeschreibung | Detaillierte Auflistung Ihrer Hauptaufgaben und Verantwortlichkeiten. | Je genauer, desto besser. Vage Beschreibungen entwerten das Zeugnis. |
| Leistungsbeurteilung | Bewertung von Arbeitsbereitschaft, Fachwissen, Arbeitsweise, Erfolgen. | Suchen Sie nach abgestuften Adverbien wie „stets“, „jederzeit“ und „immer“. |
| Sozialverhalten | Bewertung des Umgangs mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden/Externen. | Die Reihenfolge ist entscheidend. Vorgesetzte sollten immer zuerst genannt werden. |
| Beendigungsgrund | Grund des Ausscheidens (z. B. „auf eigenen Wunsch“). | Wichtig, um Spekulationen über eine Kündigung durch den Arbeitgeber zu vermeiden. |
| Schlussformel | Dank, Bedauern und Zukunftswünsche. | Das Fehlen ist ein starkes Alarmsignal für Unzufriedenheit. |
| Ausstellungsort & -datum | Ort und Datum der Ausstellung. | Das Datum sollte zeitnah zum Austrittsdatum liegen. |
| Unterschrift | Name und Position der unterzeichnenden Person. | Muss von einer ranghöheren Person unterschrieben sein, idealerweise mit maschinenschriftlicher Wiederholung des Namens. |
Diese Tabelle dient als Leitfaden. Wenn Sie bei einem Punkt unsicher sind, ist es immer eine gute Idee, eine zweite Meinung einzuholen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die versteckten Codes – wenn Lob eigentlich Tadel ist
Die wohl größte Hürde beim Prüfen eines Zeugnisses sind die berüchtigten Geheimcodes. Da ein Zeugnis laut Gesetz „wohlwollend“ formuliert sein muss, verpacken Arbeitgeber negative Kritik oft in Sätze, die für Laien positiv klingen.
Hier sind einige klassische Beispiele, bei denen bei Ihnen die Alarmglocken schrillen sollten:
- „Er/Sie bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden.“
- Klartext: Bemüht hat er/sie sich, aber geschafft hat er/sie es nicht. Das ist die Note „mangelhaft“.
- „Er/Sie zeigte für die Arbeit Verständnis und Interesse.“
- Klartext: Verstanden hat er/sie es vielleicht, aber gearbeitet hat er/sie nicht. Eine Umschreibung für Faulheit.
- „Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten war stets einwandfrei.“
- Klartext: Klingt gut, oder? Aber die entscheidende Information liegt im Weglassen. Wenn Kollegen und Kunden nicht erwähnt werden, gab es hier vermutlich erhebliche Probleme.
Solche Formulierungen sind Gift für Ihre Bewerbungsmappe und können Ihre beruflichen Chancen massiv schmälern.
Gerade in Berufen, in denen es um Menschen geht, ist eine faire und transparente Bewertung entscheidend. Arbeitgeber wie CarePros wissen, wie wichtig es ist, die tatsächlichen Leistungen und das Engagement ihrer Mitarbeitenden – sei es in der Pflege oder in der Pädagogik – ehrlich und wertschätzend zu dokumentieren. Ein klares Zeugnis ohne versteckte Fallstricke ist letztlich ein Zeichen von Professionalität und ebnet ehemaligen Mitarbeitenden den Weg in eine erfolgreiche Zukunft.
Ihre Rechte und Fristen nach der Anforderung
Sie haben Ihr Arbeitszeugnis angefordert – der erste, wichtige Schritt ist getan. Aber was passiert jetzt? Es ist entscheidend zu wissen, welche Fristen Ihr ehemaliger Arbeitgeber einhalten muss und was Sie tun können, wenn Sie einfach nichts hören.
Eine genaue, gesetzlich festgeschriebene Frist gibt es zwar nicht. Die gängige Rechtsprechung hat sich aber auf eine Bearbeitungszeit von etwa zwei bis vier Wochen eingependelt. Dieser Zeitraum gilt als absolut angemessen und zumutbar.
Wenn der Arbeitgeber sich Zeit lässt
Vier Wochen sind um und Ihr Briefkasten ist immer noch leer? Jetzt ist es an der Zeit, freundlich, aber bestimmt nachzuhaken. Eine kurze Erinnerungs-Mail, wie wir sie im vorherigen Abschnitt gezeigt haben, ist hier der perfekte erste Schritt. Setzen Sie darin am besten direkt eine neue, konkrete Frist von weiteren zwei Wochen.
Bleibt auch diese Nachfrage unbeantwortet, müssen Sie den Druck ein wenig erhöhen. Der nächste Schritt wäre eine formelle Mahnung per Einschreiben. Das klingt zwar streng, sichert Ihnen aber einen rechtlich sauberen Nachweis, dass Sie die Ausstellung eingefordert haben. Wenn selbst das nichts bewirkt, bleibt als letzte Option die Zeugnisklage beim zuständigen Arbeitsgericht.
Ein Tipp aus der Praxis: Zögern Sie nicht zu lange. Eine zeitnahe Reaktion signalisiert nicht nur, dass Sie die Sache ernst nehmen, sondern stärkt auch Ihre Position, falls es tatsächlich zu einer Auseinandersetzung kommen sollte.
Achtung: Die tickende Uhr bei Ausschluss- und Verjährungsfristen
Hier lauert eine Gefahr, die viele übersehen und die Ihren gesamten Anspruch zunichtemachen kann. Der gesetzliche Anspruch auf ein Zeugnis verjährt zwar erst nach drei Jahren, aber viele Arbeits- und Tarifverträge enthalten sogenannte Ausschlussfristen. Und die sind oft drastisch kürzer.
Manchmal verkürzen sie Ihren Anspruch auf wenige Monate oder sogar Wochen nach dem Austritt. Werfen Sie also unbedingt sofort einen Blick in Ihren Vertrag! Verpassen Sie diese Frist, ist Ihr Anspruch weg – unwiderruflich.
Das ist leider kein seltenes Problem. Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aus dem Jahr 2022 zeigt, dass bei rund 18 Prozent der Arbeitnehmer jährlich die Fristen verstreichen, weil sie ihr Zeugnis nicht rechtzeitig anfordern. Mehr zu den rechtlichen Hintergründen beim Arbeitszeugnis finden Sie auf der Webseite des DGB.
Falls Sie gerade mitten in der beruflichen Neuorientierung stecken, kann die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Personaldienstleister eine echte Hilfe sein. Ein Personaldienstleister wie CarePros, der sich auf Pflege und Pädagogik spezialisiert hat, kennt die branchenspezifischen Anforderungen genau und kann Sie gezielt bei den nächsten Schritten unterstützen.
Häufig gestellte Fragen zur Zeugnisanforderung
Zum Schluss klären wir noch die Fragen, die uns in der Praxis immer wieder begegnen, wenn es um die Anforderung eines Arbeitszeugnisses geht. Hier bekommen Sie schnelle und klare Antworten auf die typischen Unsicherheiten.
Bekomme ich auch bei Kündigung in der Probezeit ein Zeugnis?
Ja, absolut. Der gesetzliche Anspruch auf ein Arbeitszeugnis gilt unabhängig davon, wie lange Sie im Unternehmen waren. Bei sehr kurzen Stationen, wie es in der Probezeit ja oft der Fall ist, stellen Arbeitgeber meist ein einfaches Zeugnis aus. Das listet dann nur Art und Dauer Ihrer Tätigkeit auf.
Sie haben aber das Recht, ausdrücklich ein qualifiziertes Zeugnis zu verlangen, in dem auch Ihre Leistung und Ihr Verhalten bewertet werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn die Zusammenarbeit positiv war und Sie einen guten Eindruck hinterlassen haben. Ein solches Zeugnis kann trotz der Kürze eine wertvolle Referenz sein.
Was tun, wenn der Arbeitgeber nicht auf meine Anfrage reagiert?
Wenn eine erste freundliche Nachfrage im Sande verläuft, sollten Sie einen Gang hochschalten. Schicken Sie eine schriftliche Mahnung per Einschreiben. Das klingt formell, sichert Ihnen aber einen rechtlichen Nachweis und zeigt, dass es Ihnen ernst ist.
Setzen Sie darin eine klare und angemessene Frist von zwei Wochen. Reagiert der Arbeitgeber immer noch nicht, bleibt der Weg zum Arbeitsgericht über eine Zeugnisklage. Keine Sorge, das klingt schlimmer, als es ist: In der ersten Instanz brauchen Sie nicht zwingend einen Anwalt und es fallen auch keine Gerichtskosten an.
Kann ich ein Zwischenzeugnis anfordern, ohne zu kündigen?
Ja, das geht, aber Sie brauchen einen guten Grund – ein sogenanntes „berechtigtes Interesse“. In der Praxis gibt es dafür viele anerkannte Anlässe:
- Ihr direkter Vorgesetzter wechselt.
- Sie werden in eine andere Abteilung oder an einen neuen Standort versetzt.
- Eine längere Auszeit wie Elternzeit oder ein Sabbatical steht bevor.
- Sie bewerben sich intern auf eine andere Stelle.
Ein Zwischenzeugnis hält Ihre bisherigen Erfolge schwarz auf weiß fest und ist eine super Grundlage für Ihr späteres Endzeugnis. Arbeitgeber wie CarePros sehen das übrigens positiv, denn es zeugt von Engagement und dem Wunsch nach Weiterentwicklung. Wenn Sie sich auf zukünftige Gespräche vorbereiten wollen, finden Sie in unserem Ratgeber übrigens hilfreiche Fragen und Antworten für Ihr Bewerbungsgespräch.
Ein Zwischenzeugnis hat eine starke Bindungswirkung. Ihr Arbeitgeber kann im späteren Endzeugnis nur dann negativ davon abweichen, wenn es dafür triftige, nachweisbare Gründe gibt.
Muss ich das Arbeitszeugnis persönlich abholen?
Rein rechtlich gesehen ist das Zeugnis eine Holschuld. Das heißt, Sie müssten es theoretisch in der Firma abholen. Aber mal ehrlich: In der Praxis schicken die allermeisten Unternehmen das Zeugnis ganz normal per Post an Ihre Privatadresse.
Einen echten Anspruch auf die Zusendung haben Sie, wenn die Abholung für Sie unzumutbar wäre, zum Beispiel weil Sie inzwischen weit weg wohnen. Am einfachsten ist es, wenn Sie in Ihrer Anfrage direkt höflich darum bitten, Ihnen das Zeugnis zuzuschicken. Das klappt fast immer.
Sie sind eine engagierte Fachkraft aus der Pflege oder Pädagogik und suchen einen Arbeitgeber, der Ihre Leistung wirklich wertschätzt und Ihnen exzellente Rahmenbedingungen bietet? Bei CarePros finden Sie nicht nur überdurchschnittliche Bezahlung und flexible Arbeitszeiten, sondern auch ein Team, das Sie auf Ihrem Karriereweg aktiv unterstützt. Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten und starten Sie Ihre unkomplizierte Anfrage noch heute auf https://carepros.de.